|
|
Lanzarote-Nachrichten, Archiv April 2006
|
29.4.06: E-Werk in der Mangel
Wenn es nach den Einwohnern von Las Caletas, dem kleinen Wohnort in unmittelbarer Nachbarschaft des einzigen E-Werks von Lanzarote, geht, sind die letzten Tage dieser Umwelt verpestenden Strom-Produktionsstätte gezählt. Die Stilllegung der Anlage erhoffen sie sich allerdings bereits seit 1998; denn seitdem kämpfen sie dafür; und haben deshalb sogar den Verein "Asociación Las Caletas para la Defensa del Medio Ambiente (Acapam)" gegründet. Gute Gründe für eine Schließung wurden reichlich und zunächst auf allen möglichen, offiziellen Protestwegen vorgetragen.
Die Ansiedlung gab es schließlich bereits lange Zeit vor dem Bau der Anlage Mitte der 80er Jahre; und zwar seit den 50er Jahren, als sich dort einige Fischer und Salinenarbeiter niederließen. Ein geradezu idyllisches Plätzchen, direkt am Meer und weitab vom Schuss sei es damals gewesen. Inzwischen zählt Las Caletas 50 Häuser und insgesamt 200 Einwohner. Hinzu kommen noch jene, für die Las Caletas Wochenend-Residenz ist. Seit dem Bau der Anlage sei die Idylle dahin; und mit ihrer Expansion haben Bodenvibrationen, Lärm- und (toxische) Schmutzemissionen stark zugenommen. Zudem übersteigen alle gemessenen Werte in jeder Hinsicht die zugelassenen Grenzen bei weitem. Die stetigen Erweiterungen des Werkes seien außerdem ohne die erforderlichen Genehmigungen erfolgt, so die Argumentationen des Vereins.
Nachdem alle Maßnahmen und Protestaktionen keinerlei Wirkung zeigten, wurde schließlich der Klageweg beschritten; und nun ist die Staatsanwaltschaft am Zuge. Und die zeigte kein großes Erbarmen mit der Unelco, Betreiberin der Anlage, sondern wirft ihr vor, durch den Betrieb des Werkes gegen Grundrechte, u.a. gegen das Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit zu verstoßen und fordert nun – hochoffiziell - eine sofortige Stillegung.
Quelle
...Mal schauen, wem die Luft zuerst ausgehen wird: Den Bewohnern von Las Caletas oder der Unelco...
Die Lichter werden auf Lanzarote vermutlich nicht ausgeknipst werden. Aber vielleicht führt die Aktion dazu, dass die Anlage umwelttechnisch auf den neuesten Stand gebracht werden muss und diejenigen Bewohner, deren Familien bereits vor Mitte der 80er dort gelebt haben, so entschädigt werden, dass sie sich – "schmerzfrei" - woanders niederlassen können. Zu schön, um wahr zu sein..
|
28.4.06: Physikerin und Wissenschaftsautorin Silvia Arroyo
Die hiesige Presse hat einen langen Artikel über die jüngste Wissenschaftsautorin Deutschlands, Silvia Arroyo Camejo geschrieben, deren Mutter Deutsche und deren Vater Lanzaroteño ist - und damit ist sie natürlich eine Lanzaroteña !
Hier gibt es Infos über die junge Physikerin und Autorin, die in Berlin geboren und aufgewachsen ist.
Silvia Camejo hat ihre Sommerferien stets bei der Großmutter auf Lanzarote verbracht. Nur in diesem Jahren wird es sie nach Teneriffa verschlagen. Aus beruflichen Gründen.
Quelle
|
24.4.06: Gäste geben nur knapp 2 €/Tag mehr aus als in 2001
Lanzarote-Touristen gaben in 2005 pro Tag und Kopf € 37,66 aus. In 2001 waren es € 35,78. [Zum Vergleich: Entwickung des Warenkorbs von 2000-2005]
Auf Gran Canaria und Teneriffa sind die Touristen spendabler und geben täglich € 4,31 bzw. € 3,65 mehr aus als auf Lanzarote. "Ausgaben-Schlusslichter" sind jedoch die Gäste auf La Palma (€ 33,36 / Tag und Kopf) sowie Fuerteventura (€ 32,97).
Am spendabelsten sind die Festland-Spanier sowie die Portugiesen, am geizigsten die Holländer und die Deutschen.
Ein AI-Tourist gibt lediglich € 26,22 pro Tag aus, während Touristen, die nur den Flug zu Hause buchen, fast doppelt so viel ausgeben.
Nur 40% der gesamten Urlaubs-Euros werden auf Lanzarote ausgegeben; 60% verbleiben in den Ursprungsländern der Besucher (bei Fuerteventura-Urlaubern liegt die Verteilung bei 30 : 70 %)
Quelle
|
20.4.06: Arrecife: Islote de la Fermina wird Wellness-Oase
Gestern starteten die Bauarbeiten; und in ca. 9 Monaten soll das 1,8 Mio. Projekt vollendet sein: Auf der Grundlage von Plänen von César Manrique wird eine schön angelegte Bäderwelt - mit Schwimmsee sowie großem Wellness-/Sauna-Bereich - gebaut. Eine Cafeteria wird es ebenfalls geben. Auch Sportarten - wie z.B. die traditionelle "vela latina" - sollen dort ausgeübt werden.
Quelle
|
17.4.06: Costa Teguise: 1-2 Luxushotels + Kongresszentrum geplant
Ayuntamiento von Teguise: In einer außerordentlichen Sitzung wurde gestern für den Bau von 1-2 Hotelanlagen der Luxusklasse (5 Sterne) mit insgesamt 600 Zimmern sowie eines Kongress-Zentrums in Costa Teguise gestimmt. Insbesondere die PP-Abgeordneten hatten sich für ein klares Ja ausgesprochen. Der "berühmte" Vertreter der PIL, Dimas Martín, kündigte indes an, dass die PIL alles versuchen werde, dieses Vorhaben zu unterbinden.
Bauherr wird die Immobilienentwicklungsgesellschaft 'Algol Desarrollo Inmobiliario' sein. Als Standort für das Kongresszentrum stehen Nachbargrundstücke des Hotels Beatriz hoch im Kurs. Nicht nur dort verfügt die Algol über Baugrundstücke, denn ihr gehören 85% (=1.500.000 m²) des gesamten Baulandes von Costa Teguise! Und das kam so: Die öffentliche Kreditanstalt ICO (Instituto de Crédito Oficial) hat in 2003 die Grundstücke von Costa Teguise versteigert. Damals war Dimas Martín noch Präsident der Inselregierung, aber angeblich gegen diese Aktion bzw. dafür, dass die Inselregierung die Grundstücke erwerben solle. Den Zuschlag bekam dann jedoch – zunächst - die galizische Firma "Masar Canarias", die 43 Mio. Euro auf den Tresen gelegt hat. Aber aufgrund eines "Formfehlers" konnte schließlich die Algol die Grundstücke erwerben. Für 37 Mio. Euro.... (also zum Spottpreis von knapp 25,- pro m²).
Immerhin gehört zum gestrigen "Deal" auch, dass Algol an das Ayuntamiento von Teguise 135.800 m² zur öffentlichen Nutzung abtritt. Dort sollen dann u.a. die geplanten Sport- und Kulturzentren entstehen. Nun sind noch 4 Wochen abzuwarten, in denen Einwände erhoben werden können gegen das bzw. die Bauvorhaben. Und danach erfolgt die endgültige Abstimmung dafür oder dagegen.
Quelle 1 Quelle 2
|
13.4.06: Große "Völkerwanderung“ zu Ostern
Wer sich über Ostern fortbewegen kann, tut dies auch; aber dabei bleiben die Lanzaroteños den Kanarischen Inseln, insbesondere aber Lanzarote recht treu. Jene, die auf Lanzarote bleiben, bewegen sich zwecks "Tapetenwechsels" am liebsten - mit Sack und Pack beladen - in ein anderes Municipio und schlagen dort ihre Zelte auf.
Fuerteventura ist ebenfalls beliebt – ist ja auch nicht wirklich weit entfernt.
Schiffstouren (Überfahrt und Hotelübernachtung gab es ab 200 Euro) stehen auch recht hoch im Kurs. Teure, größere Schiffstouren (insbesondere Karibik und Mittelmeer) wurden auch nachgefragt. Flüge zum spanischen Festland ebenfalls; nicht zuletzt, weil viele der 22.000 [!] auf Lanzarote lebenden Festlandspanier die Feiertage für einen Heimaturlaub nutzen. Und günstig waren/sind die Tarife: Hin- und Rückflug zum spanischen Festland gab es zur Osterzeit zu 79,- Euro (Residententarif), womit die Fluggesellschaften vermeiden wollten, dass die vielen Flugzeuge, die um die Osterzeit vom Festland nach Lanzarote fliegen, leer zurück kehren müssen.
Quelle
|
7.4.06: Elternpremiere..
Ein 3jähriges Mädchen auf Gran Canaria, deren Mutter sich künstlich befruchten ließ, hat 'Eltern bekommen': Die Mutter hat im vergangenen Dezember ihre Partnerin, mit der sie bereits 18 Jahre liiert ist, geheiratet. Dadurch hat die 'angeheiratete Mutter' die selben Adoptionsrechte erlangt wie im Falle 'herkömmlicher' Ehepartner - und von der Adoptionsmöglichkeit Gebrauch gemacht. Ein Gericht hat die Rechtmäßigkeit der Elternschaft nun unter Berufung auf die neue Gesetzeslage bestätigt.
Quelle
|
6.4.06: C.-M.-Stiftung: Saramago stellt neues Buch vor
Der auf Lanzarote lebende, portugiesische Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger José Saramago wird am 18.4. um 20:30 in der César-Manrique-Stiftung sein jüngstes Werk, die Novelle "Las intermitencias de la muerte" vorstellen.
Es wird sich dabei um eine Exklusiv-Präsentation auf spanischem Boden handeln.
Quelle
|
4.4.06: Zwergseegras wächst und gedeiht wieder
In einer Studie, die in der Wissenschaftszeitschrift VIEREA veröffentlicht wurde, ist bestätigt worden, dass sich das Zwergseegras "zostera noltii" in Arrecife in unmittelbarer Nähe vom Castillo de San Gabriel wieder angesiedelt hat. Das Zwergseegras steht auf der roten Liste gefährdeter Pflanzen der Kanarischen Inseln.
Laut Artikel handelt es sich beim Zwergseegras um einen Kanaren-Endemit [Anmerkung: laut google kommt dieses Seegras u.a. auch im deutschen Wattenmeer vor. ..]
Quelle
|
3.4.06: Hotelskelett-Schutt für Hafenerweiterung
Der Plan steht: Die Bauruine des Atlante del Sol bei Playa Blanca soll abgerissen und der Bauschutt zur Hafenerweiterung des P-B-Hafens eingesetzt werden.
Die Umsetzung wird dauern – denn noch wird der Hafen gar nicht erweitert. In etwa 2 Jahren soll es evtl. losgehen...
Das Hotelskelett wurde vor gut 3 Jahrzehnten aus dem Boden gestampft. Bei der derzeitigen Eigentümerin handelt es sich um eine Gesellschaft mit Wurzeln in der Steueroase Panama.
Quelle
|
1.4.06: Aktion zugunsten des Öko-Anbaus
Die Inselregierung führt demnächst eine Aktion durch, um den Öko-Anbau zu fördern und auszuweiten. Entsprechende Abkommen mit Landwirten sollen geschlossen werden. Dabei geht es auch um Subventionen, damit sich ein integrierter Anbau lohnt.
Subventioniert werden soll insbesondere der Anbau von Pflanzen, die als Grundlage für gesundheitsfördernde Produkte dienen.
Auf Lanzarote gibt es eine Ökobauern-Gemeinschaft (La Tanganilla). Bauern dieser Gemeinschaft betreiben Stände auf einigen Wochenmärkten.
In diesem Zusammenhang wurde auch erwähnt, dass es auf Lanzarote bereits Hotels gibt, die umweltfreundlich wirtschaften und Öko-Produkte nachfragen, diese jedoch aufgrund des fehlenden Angebots auf die Insel einführen müssen, was ein Jammer sei.
Auf der Basis von Öko-Landwirtschaft arbeitet auch ein Versuchsbetrieb in Arrecife, in dem Ur-Saatgut von Kartoffeln, Roggen, Linsen, dicken Bohnen und anderen Gemüsesorten wiedergewonnen und Saatbanken eingerichtet werden sollen.
Quelle
|
|
|
|
|