Lanzarote Nachrichten, Februar 2009 

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27.02.2009 Flüchtlingsdrama vor Lanzarote: Schlepper festgenommen

Der Bootsführer des am 15. Februar gekenterten Flüchtlingsboots konnte als Schlepper identifiziert und festgenommen werden. Er befand sich unter den fünf Überlebenden. Bei dem tragischen Unglück waren 25 Flüchtlinge, darunter zahlreiche Minderjährige, ums Leben gekommen.

Zunächst hoffte der 27jährige Marokkaner, der mit den weiteren Überlebenden in ein Auffanglager nach Gran Canaria gebracht wurde, unerkannt zu bleiben. Aufgrund der Aussagen der Bootsinsassen und der Recherchen der Polizei-Spezialeinheit gegen Schlepperringe und Urkundenfälschung konnte er eindeutig als Drahtzieher der Aktion identifiziert werden. Darüber hinaus gilt es als erwiesen, dass er Mitglied eines größeren Schlepperrings war.

Der Mann fuhr bereits mehrere Male mit einem Flüchtlingsboot zu den Kanaren, wurde aufgegriffen und als Flüchtling in seine Heimat abgeschoben. Von über fünf derartiger Aktionen ist die Rede. Rund 1.000,- Euro hat er von jedem Flüchtling für die Überfahrten kassiert.

Jetzt ist erst einmal Schluss mit seinen riskanten Manövern, denn nun muss er sich auf den Kanaren vor Gericht verantworten.

10.02.2009 Hotels und Apartments: Belegungsquote im Januar 2009

Heute wurde die Januar-Belegungsquote der Hotels und Apartments der Insel veröffentlicht: Sie betrug 65,1%.

ASOLAN, Verband der Hotel- und Apartmentbesitzer, bläst Trübsal und verweist auf die allgegenwärtige Krise, schließlich betrug die Januar-Belegungsquote im Vorjahr noch 70,31%.

In 2006 betrug die Belegungsquote im Januar ganz ohne Banken- und sonstiger Krise, dafür mit hervorragender Kaufkraft der Briten gerade mal 65,84%.

10.02.2009 Lanzarote: meteorologische Daten 2001-2008

Lanzarote Wetterdaten

Mala heute: Sonnenauf- und -untergang:

Sonnenaufgang

Sonnenuntergang

Und nach Monaten im Jahr 2008:

 

 

08.02.2009 Kanaren: Verdopplung der Subventionen für den Transport landwirtschaftlicher Produkte

Die Kanarische Regierung teilt mit, dass die bisherigen Subventionen für den See- und Lufttransport landwirtschaftlicher Produkte von 50% auf 100% erhöht werden. Diese neue Regelung, die von der Europäischen Kommission bereits genehmigt wurde, gilt rückwirkend für den Zeitraum 1.1.2007 bis 31.12.2013. Sie umfasst die Kosten für den See- und Lufttransport innerhalb der Kanaren und von den Kanaren in EU-Länder und gilt für landwirtschaftliche Produkte, die auf den Kanaren hergestellt oder verarbeitet wurden sowie für Viehfutter, das aus der EU auf die Kanaren eingeführt werden muss, wenn es nicht oder nicht in den benötigten Mengen auf den Inseln existiert.

Um die Subventionshöhe unter Kontrolle zu halten gelten Pauschalen, die in regelmäßigen Abständen ermittelt werden. Dabei werden die Kosten für das günstigste Transportmittel sowie für den kürzesten Transportweg zugrunde gelegt, zuzüglich aller anderen, mit dem Transport verbundenen Kosten und Gebühren, wie beispielsweise (Flug-)Hafen-, Umschlag- und Sicherheitsgebühren. Neben den Pauschalen für die interinsularen Transporte gibt es Pauschalen für den übrigen Luft- sowie Seetransport. Zu deren Ermittlung werden die Transportkosten zwischen dem Flughafen Madrid-Barajas bzw. dem Hafen Cádiz und den kanarischen (Flug-)Häfen zugrunde gelegt.

Die Gesamthöhe dieses Subventionspakets wird mit 178,5 Millionen Euro veranschlagt, d.h. mit jährlich 25,5 Mio. Euro.

Es wird damit gerechnet, dass es bezogen auf die Kanaren bereits im März eine identische Subventionsregelung geben wird für alle weiteren Produkte, deren Transport staatlich bezuschusst wird.

Nutznießer der Subventionen sind, je nach Fall, die Absender oder Empfänger der Transportwaren.

Ob, wie und in welcher Höhe die Endverbraucher auch von den nachträglich gewährten Subventionen profitieren sollen, stand leider nicht in der Erklärung der kanarischen Regierung.

06.02.2009 Kongresspalast: Carlos Morales gewinnt Architekturwettbewerb

Gestern wurde der Gewinner des Architekturwettbewerbs über den Bau des Kongresspalasts von Lanzarote bekannt gegeben: Carlos Morales ging als Sieger hervor.

Der in Puerto Calero lebende Architekt, der mit Alexia von Griechenland verheiratet ist, hat sich gegen 9 weitere Teilnehmer durchgesetzt und erhält ein Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro.

Der Standort wird ganz in der Nähe der Inselregierung auf einem Gelände zwischen der LZ 2 und dem Meer sein.

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05.02.2009 Lidl erhält vom Obersten Kanarischen Gerichtshof grünes Licht für seine Discounter-Märkte auf den Kanaren

In jahrelangen gerichtlichen Auseinandersetzungen hat Lidl vor einigen Monaten einen Teilerfolg erzielt und die Genehmigung zur Gründung einiger Filialen auf den Kanaren erhalten; allerdings nicht als Discounter, sondern als Supermarkt. Und dies nur unter speziellen Auflagen hinsichtlich Verkaufsfläche und Größe auch des Sortiments sowie der Mitarbeiterzahl.

Seitdem wird auf Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote gebaut; und sogar auf der Lidl-Baustelle auf Lanzarote (neben Ikea) gibt es zwischenzeitlich Bewegung, wenn auch mit großer Verzögerung. Bislang wurde jedoch noch kein Lidl-Markt eröffnet. Der Grund lag in den permanenten Widerständen von Seiten der Kanarischen Regierung, die ständig neue rechtliche, aber umstrittene Schritte unternommen hat, um Lidl an der Eröffnung seiner Märkte auf den Kanaren zu behindern.

Nun hat der Oberste Kanarische Gerichtshof entschieden, dass für die Lidl-Märkte alle erforderlichen Lizenzen zur Eröffnung vergeben werden müssen, und dass darüber hinaus einige der bestehenden Auflagen rechtswidrig seien, wodurch nun auch grünes Licht für zumindest Discount-ähnliche Strukturen gegeben wurde.

Große Unterstützung für die Lidl-Expansion Richtung Kanaren gab und gibt es auf Lanzarote von Seiten der Verbraucher bzw. der Verbraucherschutzorganisationen, denn der hiesige Lebensmittelmarkt ist kein Markt mit mehreren Wettbewerbern, sondern die extrem hohen Preise für zahlreiche Produkte werden von nur zwei Anbietern diktiert, die sich zudem oder deswegen erlauben, oftmals äußerst schlechte Qualität anzubieten. Die beiden Platzhirsche sind

- ‘Agrucan’, eines der größten, kanarischen Unternehmen, das die Lizenzen zum Betreiben der (Euro-)Sparfilialen hält und auf Lanzarote an der Marcial-Kette beteiligt ist, zu der wiederum Cashmar gehört (Agrucan-Beteiligungen auf Fuerteventura: José Padilla Francés, Gran Canaria: Cencosu, Teneriffa: La Venta Nueva und La Palma: Tomás Barreto – jeweils zu 20%).

- ‘Fondos Permira’, eine Equity-Gesellschaft, die Betreiberin u.a. des Supermarktriesen Dinosol mit seinen Ketten Hiperdino, Netto und Cash Diplo ist.

In diesen Gesellschaften mischen sehr mächtige kanarische Familien mit, die sich im Kampf um Macht und Pfründe so schnell nicht geschlagen geben. Bleibt also abzuwarten, welche Steine Lidl nun noch in den Weg gelegt werden, um die Platzhirsche speziell auf den kleineren Inseln weiterhin gut abzuschotten.

Auch bleibt abzuwarten, welche Politik von Lidl-Canarias praktiziert wird, und welche wirtschaftlichen Auswirkungen ein Discounter (o.ä.) auf die zahlreichen, kleinen Einzelhändler der Insel haben wird.

Durch seine ausbeuterische und gesetzeswidrige Personalpolitik sowie durch seinen ruinösen Preisdruck auf die Hersteller seiner Waren ist Lidl zum Inbegriff geworden sowohl des modernen Sklaventums, als auch der “Geiz-ist-geil-Mentalität“, die in der deutschen Gesellschaft tief verwurzelt ist. In Deutschland wurde - nicht nur durch Lidl - der kleine Einzelhandel weitestgehend verdrängt. Vor diesem Hintergrund bleibt das Vorhaben von Lidl, sich auch auf den Kanaren auszubreiten, sehr umstritten.

Auf der anderen Seite unterscheidet sich die spanische und kanarische Mentalität deutlich von der deutschen Pfennigfuchserei, obwohl das Einkommensniveau insbesondere auf den Kanaren weit unter den deutschen Einkommen liegt - bei generell wesentlich höheren Lebensmittelpreisen. Trotz ihrer deutlich geringeren Kaufkraft bevorzugen viele Insulaner zumindest für den täglichen, kleinen Einkauf den Tante-Emma-Laden um die Ecke, nicht zuletzt auch, um die neuesten Informationen auszutauschen. An dieser Mentalität wird wohl auch ein Lidl nichts ändern.

Für den größeren Einkauf steuern auch die Einheimischen regelmäßig die großen Supermärkte an, und werden in Zukunft mit Sicherheit keinen Bogen um Lidl machen, denn die Diskussionen und politischen Auseinandersetzungen um Lidl haben für eines gesorgt: Für eine exzellente Lidl-Werbung, denn hier kennt mittlerweile jedes Kind Lidl, ohne jemals einen Lidl-Markt gesehen zu haben.