Costa Teguise: Finanzinvestor baut neues Fünf-Sterne-Hotel

Große Finanzinvestoren wie Platinum Estates, Blackstone und Goldman Sachs sind seit einigen Jahren auf großer Einkaufstour auf dem spanischen Immobilienmarkt. Der spanische Goldman-Sachs-Partner, das Madrider Private-Equity-Unternehmen Azora Capital SL, hatte u.a. Wohnkomplexe mit sozial schwacher Mieterstruktur von der Stadt Madrid gekauft. Marryll Lynch hatte die Stadt beraten und zum Verkauf geraten. Unrentabel seien diese Immobilien, hieß es.

Indes setzen die großen Finanzinvestoren angesichts der sich erholenden Wirtschaft auf steigende Mietpreise in Spanien. Gut gelegen kommt ihnen dabei, dass viele Haus- und Wohnungseigentümer, die ihre Hypothekenzinsen nicht mehr bezahlen konnten und deswegen enteignet wurden, nun auf dem Mietmarkt als Nachfrager auftauchen.

In den Tourismusgebieten Spaniens sieht’s aus Investorensicht derzeit blendend aus, denn der boomende Tourismus führt dort zu rasant steigenden Miet- und Übernachtungspreisen. Auch die seit 2007 stark gefallenen Immobilienpreise ziehen wieder an. Für die Bevölkerung in diesen Gebieten sieht’s indes ziemlich düster aus, denn es gibt kaum noch Wohnungen zu mieten, und schon gar nicht zu bezahlbaren Preisen. Löhne und Gehälter dümpeln weiterhin auf dem niedrigen Niveau der Krisenjahre. Zudem arbeitet die Mehrzahl der im Tourismus Beschäftigten weiterhin auf Basis befristeter Arbeitsverträge. Für sie kommt ein Immobilienkauf nicht in Frage; im Gegensatz zu kleinen und großen Investoren.

Mit seinem 2014 gegründeten spanischen Real-Estate-Investment-Trust namens Hispania hat sich der Investor Azora auch im Hotelsektor eingekauft und kooperiert dort mit dem spanischen Hotel- und Touristikkonzern Barceló.

Auf Lanzarote hat Hispania im Jahr 2016 das Hotel Oasis Resort in Costa Teguise für 28 Mio. gekauft. Das direkt daneben liegende Vier-Sterne-Hotel Occidental Lanzarote Playa gehört ebenfalls zum Portfolio des investors. Nun hat Hispania auch das nordöstlich davon belegene Grundstück Richtung königliche Residenz erworben. 2007 wurde dort die Baustelle eines Hotels wegen fehlender Baugenehmigung still gelegt, und seitdem steht dort eine Bauruine. Angeblich fehlte die gesetzliche Grundlage für eine Abrissverfügung.

Auf dieser Parzelle soll bald ein Fünf-Sterne-Hotel stehen, das mit den benachbarten Hotels verbunden werden soll. Eine große Sportanlage soll dort ebenfalls gebaut werden.

George Soros, Hauptaktionär von Hispania, hat angekündigt, Hispania noch vor 2020 liquidieren zu wollen. Offensichtlich rechnet er dann mit einer Trendwende.