Costa Teguise: Skulptur “La hoguera de San Juan” eingeweiht

Auf der Infotafel neben der in der vergangenen Nacht eingeweihten Skulptur von Costa Teguise steht geschrieben, was es auf sich hat mit dem Kunstwerk. Den Text der Infotafel haben wir kopiert:

Inselgeschichten

„Die mächtigen Baumstämme dieser Skulptur stammen vom von Rost zerfressenen Schiffswrack, das nur vier km von hier entfernt zwischen Costa Teguise und Arrecife auf Höhe des Dörfchens Las Caletas majestätisch aus dem Wasser ragt. Ihre farbliche Gestaltung übernahm der vielseitige spanische Stadtplaner José Maria Pérez Sánchez, der dieser Skulptur den Namen „La hoguera de San Juan“ (Sonnenwendfeuer in der Nacht vor dem Johannistag) gab. Dieses Handelsschiff wurde von der Werft CALEDON in Dundee (Schottland) gefertigt und am 24.9.1953 als „Temple Hall“ vom Stapel gelassen.

Später wurde es mehrfach umbenannt: 1969 erhielt es den Namen „Pantelis“ und 1977 wurde es schließlich – in Anlehnung an den ersten Mann in der Gefolgschaft Herkules‘, der die Mauern Trojas erstieg – auf den Namen „Telamon“ getauft. Am 31.10.1981, als das Schiff mit einer Ladung Baumstämme von San Pedro (Elfenbeinküste) zur griechischen Stadt Thessaloniki unterwegs war, trat vor der Küste Lanzarotes Wasser in den Rumpf des Schiffes ein. Um zu verhindern, dass es im Hafen Arrecifes strandete, wurde es von einem Thunfischfänger der Insel bis zu seinem jetzigen Standort gezogen, wo es bis heute die Legenden nährt, die sich um versunkene Schiffe ranken. Dort, wo es heute noch, leicht zur Seite geneigt, im Wasser liegt, mit dem Bug unter Wasser und einem gut erhaltenen Maschinenraum, endete seine Reise. Viele Jahre nachdem es gestrandet war, bekundete ein Unternehmen Interesse dran, das griechische Handelsschiff zu bergen, doch in Anbetracht der hohen Kosten wurde beschlossen, das Schiff an Ort und Stelle zu belassen.

Die Ladung Baumstämme der „Telamon“ wurde an Land gebracht, wo sie beinahe 30 Jahre lang die Unbilden des Wetters überdauerte und nur knapp der Zerstörung durch Feuer entging.

Als Material für diese Skulptur wurden Baumstämme gewählt, weil für ihren Schöpfer in den Wunden und Brandmalen der Rinde eine Schönheit lag, die jedem lebendigen Wesen zu eigen ist und die durch das Verstreichen der Zeit und die Widrigkeiten des Lebens nur noch stärker heranreift.

Die in diesem Kreisverkehr aufgestellte Skulptur “La hoguera de San Juan“ wurde in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni 2009 eingeweiht. In dieser Nacht feiert man auf Lanzarote, wie an vielen anderen Orten der Welt auch, traditionell den Sommerbeginn mit Johannisfeuern und reinigenden Ritualen.“