Lanzarote Nachrichten, Januar 2008

Aktuelle Lanzarote-Nachrichten

30.01.2008 Standort der Immigrantenunterkunft umstritten

Alle Parteien der Gemeinde San Bartolomé lehnen den Bau einer Immigrantenunterkunft in Güime ab. Die Notwendigkeit des bereits 2006 von der spanischen Regierung in Auftrag gegebenen Projektes ist zwar unstrittig, aber der vom Innenministerium vorgesehene Standort wird als ungeeignet angesehen. Die Gemeinde schlägt nun Alternativen vor, die Bürgermeister Miguel González dem Innenminister unterbreiten wird.

28.01.2008 Arrecife: Bäume an der Uferpromenade “entmietet“

Über Jahre waren einige Baumkronen an der Uferpromenade von Arrecife auf der Höhe des Parque Ramírez Cerdá von Kuhreihern als bevorzugte Übernachtungs- und Brutstätte genutzt, und es war sehr amüsant, die riesige Vogel-WG zu beobachten.

Seit zwei Wochen ist jedoch Schluss mit lustig, denn die Vögel wurden auf Anordnung der Inselregierung umgesiedelt. Zu groß sollen die gesundheitlichen Risiken für den Homo sapiens sein, die von den Vögeln und ihren Hinterlassenschaften ausgehen. Mit Hochdruckreinigern und Desinfektionsmitteln werden zur Zeit alle Spuren der possierlichen Stadtbewohner vernichtet, um Salmonellen und anderen Erregern eine mögliche Lebensgrundlage zu entziehen.

Große Netze sollen die Reiher zukünftig davon abhalten, ihre angestammten Baumkronen erneut zu besetzen.

25.01.2008 Puerto de los Mármoles: Kein Platz für Frachtschiff mit Frischwaren

Am gestrigen Donnerstag konnte ein Frachtschiff aus Valencia im Hafen von Arrecife nicht festmachen, da alle Liegeplätze bereits belegt waren. Deshalb musste das Schiff der Reederei Trasmediterranea nach Las Palmas weitergeleitet werden, wodurch der Gesellschaft zusätzliche Kosten entstanden sind, die letztendlich auf die Kunden abgewälzt werden.

Die Ware wird nun mit einem Tag Verspätung in Arrecife eintreffen was zur Folge hat, dass sie nicht bereits zum Wochenende, sondern erst ab Montag in die Läden gelangen kann. Ein Teil der Ware wird bis dahin verdorben sein – zum Schaden der Importeure und der Verbraucher.

Die Handelskammer von Lanzarote sieht sich durch diesen Vorfall erneut bestätigt in ihren fortwährenden Bemühungen, Behörden und Parteien von der Notwendigkeit eines eigenständig operierenden und modernisierten Hafens zu überzeugen. Bislang ohne Erfolg. Auch sei es laut Handelskammer unbedingt erforderlich, dass die Hafenbehörde zukünftig bei Engpässen die Liegeplatzverteilung übernimmt, schließlich würden sich die Schiffe an manchen Tagen ein regelrechtes Wettrennen um die knappen Plätze liefern.

Die zuständige Hafenbehörde von Las Palmas wiegelt indes ab: Die Liegeplatzbelegung sei Angelegenheit der Reedereien, und der gestrige Vorfall sei darauf zurück zu führen, dass sich die Schifffahrtsunternehmen bei Engpässen nicht untereinander abstimmen, sondern die Liegeplätze in der Reihenfolge des Einlaufens der Schiffe belegt werden.

Mal schauen, wie lange noch die Devise gilt: Wer zuerst anlegt, hat gewonnen...

25.01.2008 Clickair fliegt nun doch nicht Lanzarote an

Der Billigflieger Clickair wird seine Ankündigung, Lanzarote mit Barcelona zu verbinden, nicht in die Tat umsetzen. Die allgemeine Wirtschaftslage und die Treibstoffkosten seien die Gründe, einige für 2008 geplante Routenerweiterung nicht vorzunehmen, so ein Unternehmenssprecher.

21.01.2008 Montaña-Blanca-Windspiel muss erneut in die Reparaturwerkstatt

Erst Ende Juli 2006 wurde das Windspiel von Cesar Manrique nach umfangreichen Reparaturarbeiten an seinem angestammten Platz an einem Verkehrskreisel bei Montaña-Blanca aufgebaut, nachdem es im Herbst 2005 durch den schweren Sturm “Delta” stark beschädigt worden war. Bei der Gelegenheit wurden die Verankerungen und Fundamente verstärkt, um es für die Zukunft sturmsicher zu machen. Das hat ganz offensichtlich nicht gut geklappt, denn gestrige Windböen haben das Windspiel zu Fall gebracht, wodurch es leider erneut stark beschädigt wurde. Wie lange die Reparaturarbeiten andauern werden, steht noch nicht fest. Über die Ursache herrscht allgemeine Verwunderung, denn es traten gestern zwar stärkere Windböen auf, was bei Calima häufig vorkommt, der Calima war jedoch nicht mit außergewöhnlich starken Windgeschwindigkeiten verbunden.

15.01.2008 La Graciosa: 300 Unterschriften für 2 zusätzliche Klassenstufen

Die Schüler von La Graciosa haben es nicht leicht: In der Sekundarstufe*) ihrer Schule in Caleta del Sebo gibt es lediglich die ersten beiden der insgesamt 4 obligatorischen Klassenstufen. Die beiden letzten Schuljahre müssen die Schüler in der Schule von Haría absolvieren und wohnen von montags bis freitags in einem kleinen, staatlichen Internat, das sich in der c/ de Villanueva befindet (in der c/Fajardo kurz vor dem Restaurant „Puerta Verde“ nach links abbiegen. Das Internat ist das erste Gebäude auf der rechten Seite).

Weder die Schüler noch die Eltern sind glücklich über die frühe Trennung von zu Hause, weshalb sich Inselbewohner mit einer Unterschrifteninitiative dafür eingesetzt haben, dass wenigstens auch die letzten beiden Pflichtschuljahre auf der Insel unterrichtet werden.

Das ist leichter gesagt als getan, denn von optimalen Klassengrößen kann nicht die Rede sein bei insgesamt 54 Schülern, die sich zur Zeit auf die 8 auf der Insel angebotenen Klassenstufen verteilen. Das geringere Lernniveau der La-Graciosa-Schüler manifestiert sich regelmäßig beim Wechsel auf die Schule in Haría. Darüber hinaus müsste der Lehrkörper dauerhaft aufgestockt werden, was in Anbetracht der geringen Schülerzahl schwer durchzusetzen ist.

Möglich wäre auch ein tägliches Pendeln; schließlich müssen auch andernorts Schüler längere Schulwege in Kauf nehmen. Allerdings hat diese Alternative den Nachteil, dass die Fähre bei starkem Seegang nicht pendeln kann, und die Schüler sich an diesen Tagen noch nicht einmal eine Ausrede einfallen lassen müssten, um der Schule fern zu bleiben. Und für die Tage, an denen die Rückfahrt aus demselben Grund unvorhergesehen ausfällt, müssten die Übernachtungsmöglichkeiten im Internat aufrecht erhalten bleiben.

Das Dilemma wird sich nicht so schnell lösen lassen. Bis mindestens September 2008 müssen sich die engagierten Insulaner eh noch gedulden; denn vorher wäre eine Änderung des derzeitigen Zustands aus organisatorischen Gründen nicht möglich.

Immerhin wurde durch die Unterschriftenaktion erreicht, dass auf die Situation aufmerksam gemacht wurde und über Alternativen auch auf behördlicher Seite nachgedacht wird.

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*) Die obligatorische Sekundarstufe “Educación Secundaria Obligatoria“, abgekürzt ESO, schließt an die 6stufige Grundschule an und gliedert sich in zwei Zyklen von jeweils zwei Jahren. Im letzten Jahr gibt es Wahlfächer zur Spezialisierung. Nach erfolgreicher Beendigung von insgesamt 10 Klassenstufen ist in Spanien die Pflichtschulzeit beendet.

15.01.2008 Schulungsmaßnahmen für Arbeitslose

Die Konjunkturflaute auf Lanzarote führt zu steigenden Arbeitslosenzahlen in einigen Wirtschaftssektoren. Auf der anderen Seite gibt es eine ständige Nachfrage nach Arbeitskräften im Tourismus-, Hotel- und Gaststättengewerbe. Vor diesem Hintergrund hat der Verband der Hotel- und Apartmentbesitzer ‘Asolan’ in diesem Jahr Schulungen von Arbeitslosen vorgesehen und wird diese Maßnahmen auch finanziell fördern.

In Kofinanzierung mit staatlichen Trägern sollen in diesem Jahr rund 2.500 Arbeitskräfte fit gemacht werden für Jobs im Touismusbereich. Im vergangenen Jahr nahmen bereits rund 1.000 Personen an diesem Programm teil.

Insgesamt rund 600.000 Euro werden in 2008 investiert u.a. in Fremdsprachenunterricht, in die Ausbildung zu Kundenbetreuern, Putzkräften und Gartenpflegern sowie in Kurse für Lebensmittelverarbeitung, PR, Computer, Buchführung und andere Bürotätigkeiten, Erste Hilfe sowie zum Führerscheinerwerb.

15.01.2008 Costa Teguise: 66%ige Auslastung im Dezember

Die touristische Auslastung der Hotels und Apartments in Costa Teguise lag im Dezember 2007 im Durchschnitt bei 66%.

Apartments der Kategorie “2 Schlüssel“ verzeichneten mit 75,3%, die höchste Belegungsquote, gefolgt von Apartments der Kategorie “1 Schlüssel“ mit 68,7%. Hotels mit 3 und 4 Sternen waren nur zu 62% und Apartments und Aparthotels mit 3-4 Schlüsseln nur zu 61,8% ausgelastet.

14.01.2008 “Biopass-Projekt” auf Lanzarote vorgestellt

Nicht überall, wo Bio drauf steht, ist auch Bio drin. Jedenfalls hat der Biopass, um den es hier geht und der heute auf Lanzarote vorgestellt wurde, nichts mit dem EG-Öko-Kennzeichengesetz zu tun. Vielmehr handelt es sich um ein Forschungsprojekt zur automatisierten Wiedererkennung von Personen anhand biometrischer Daten, die in einem Pass gespeichert werden.

Das vom spanischen Ministerium für Forschung und Bildung mit 400.000 Euro subventionierte Projekt läuft bereits seit Oktober 2006 unter Federführung der Universität von Las Palmas in Zusammenarbeit mit zwei weiteren spanischen Universitäten. Im September 2009 sollen die Forschungsarbeiten abgeschlossen sein.

Auf der heutigen Veranstaltung, die vom hiesigen Verband der Hotel- und Apartmentbesitzer ‘Asolan’ organisiert wurde, wurden alle Vorzüge des Bio-Passes wie beispielsweise die Vereinfachung der Personenkontrolle in Hotel- und Apartmentanlagen vorgestellt. Abzuwarten bleibt, ob es auch kritische Stimmen geben wird.