Wasser auf Lanzarote – früher und heute

In dieser Blog-Kategorie dreht sich alles rund um’s Wasser auf Lanzarote.

Die Begriffe, die auf Lanzarote in diesem Zusammenhang verwendet werden, sowie die traditionellen und langsam in Vergessenheit geratenden Bezeichnungen, ergeben einen guten Überblick über die Wasserkultur und die Bewässerungssysteme der vergangenen Jahrhunderte. In den folgenden Beiträgen wird deshalb auf diese Begriffe näher eingegangen.

Hier vorweg ein kurzer Rückblick insbesondere auf die Entwicklung des Wasserbedarfs und -konsums der Insel:

Lanzarote ist mit 100 bis 250 mm Niederschlag pro Jahr eine sehr trockene Insel. Bereits die Ureinwohner Lanzarotes, die Majos, haben deshalb Brunnen betrieben, und sie sollen zudem ausgeklügelte Systeme entwickelt haben, um das wertvolle Regenwasser zu sammeln und aufzubewahren. Umfangreiche, gesicherte Informationen über die Wasserkultur in jener Zeit gibt es nicht, und noch heute rätseln Wissenschaftler, ob die „Queseras“ – in Felsblöcke geschlagene, parallele Rillen – der Leitung von Wasser oder anderen, profanen Zwecken dienten, oder für rituelle Handlungen genutzt wurden.

Seit den Zeiten der Eroberung ab Anfang des 15. Jahrhunderts nahmen Einwohnerzahl und Wasserbedarf zu. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts vollzog sich der Anstieg der Einwohnerzahl allerdings nur sehr langsam und wellenförmig, denn diverse Wirtschaftskrisen, politisch instabile Zeiten sowie Hungersnöte in Folge von Trockenheit und Missernten führten zu mehreren großen Auswanderungsbewegungen. Auch in der Zeit der großen Vulkanausbrüche von 1730 – 1736 gab es eine Ausreisewelle. Bereits früher, zur Piratenzeit zwischen Mitte des 16. Jahrhunderts bis ins 17. Jahrhundert hinein, wurden zahlreiche Inselbewohner als Sklaven von der Insel verschleppt.

Der erste Zensus fand 1768 statt und ergab 9.675 Einwohner. 1910 wurden 20.909 Einwohner gezählt, 1950 waren es 30.751, und ab 1970 stieg die Einwohnerzahl sehr rasch an von 41.146 auf 74.007 im Jahr 1990. Dieser Trend dauerte bis 2014 an und wurde erst durch die aktuelle Wirtschaftskrise gestoppt. 2014 waren knapp 142.000 Einwohner gemeldet.

Der Tourismus, der auf Lanzarote in den 1960ern einen sehr bescheidenen Anfang nahm, entwickelte sich seit den 1980ern rasant, und ein Ende dieser Entwicklung ist zur Zeit nicht in Sicht. Denn bedingt durch die Krisen in konkurrierenden Reiseländern wie Ägypten und Tunesien und die Umlenkung der Touristen u.a. auf die Kanaren, werden derzeit regelmäßig neue Besucherrekorde gemeldet. 2014 besuchten rund 2,4 Mio. Touristen die Vulkaninsel Lanzarote.

Die traditionellen Methoden zur Bereitstellung von Süßwasser reichten ab Anfang des 20. Jahrhunderts nicht mehr aus, um den steigende Wasserbedarf zu decken, weshalb ab 1912 Tankschiffe („buques aljibes“) mit einem Fassungsvermögen von jeweils rund 700.000 l regelmäßig dienstags und donnerstags Wasser von Gran Canaria, Teneriffa und La Palma nach Lanzarote transportierten. Mit der Inbetriebnahme der ersten Meerwasserentsalzungsanlage in 1964 und dem kontinuierlichen Ausbau ihrer Kapazitäten ging dieser Tankschiffverkehr allmählich zurück, und die traditionellen Methoden der Wasserkultur und der Bewässerung gerieten mehr und mehr in Vergessenheit.

Heutzutage kommt das gesamte Wasser des insularen Wasserversorgers aus Meerwasserentsalzungsanlagen, und nur noch im ländlichen Raum wird in vergleichsweise geringen Mengen gesammeltes Regenwasser genutzt. Einige Hotels und Wohnanlagen betreiben eigene Meerwasserentsalzungsanlagen.

1995 wurden in den Meerwasserentsalzungsanlagen des Inselversorgers knapp 10 Millionen Kubikmeter Wasser aufbereitet, seit 2012 sind es jährlich über 24 Millionen Kubikmeter, wovon nur etwa die Hälfte von den Wasserzählern erfasst wird, weil das Leitungssystem sehr marode ist, und so mancher Wasserzähler nicht funktioniert


Im Mai 2017 wurde in der Presse bekannt gegeben, dass es eine Wasser führende Schicht im Timanfaya Nationalpark gibt. Hier geht’s zur Nachricht.

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