Presse(un)freiheit: Satireblog muss Strafe zahlen

Aktuell sind die Betreiber dieses Online-Satireblogs  aufgrund einer Klage des Staatsanwalts Miguel Pallarés zur Zahlung einer Strafe i.H. von 20.000,- Euro verdonnert worden (sogar El Mundo berichtete).

Und weshalb? Wegen dieser Fotomontage, durch die sich der Herr Staatsanwalt Miguel Pallarés mehr als auf den Schlips getreten fühlt:

img_17591Kurze Erläuterung: Zu einer Zirkusvorstellung in der Siedlung „La Bufona“ von Lanzarotes Hauptstadt Arrecife laden drei Marx-Brothers ein, die dargestellt werden von den folgenden real existierenden Personen, deren Namen bei der Gelegenheit verballhornt wurden:
– dem Staatsanwalt Miguel Pallarés, hier als Harpo bzw. „Miguel Callaré“ – als stummer Staatsanwalt (callarse = schweigen);
– der ehemaligen Bürgermeisterin von Arrecife, Isabel Déniz, hier als Chico bzw. „Chábeli Déniz“, (wenn in Spanien von Chábeli die Rede ist, ist häufig die als ‚wenig begabt‘ geltende Tochter von Julio Iglesias gemeint);
– Felipe Fernández Camero, Ex-Sekretär von Arrecife und Rechtsanwalt, und zufälligerweise auch angeheirateter Onkel des Staatswanwalts Pallarés, hier als Groucho bzw. „Fdez. Camelo“. (Camelo bedeutet in diesem Zusammenhang Gaunerei).

Bei dieser Veranstaltung geht es um einen Bauskandal um diverse Häuser der Siedlung „La Bufona“, die zur Amtszeit von Isabel Déniz und Felipe Fernández Camero teilweise auf einem unter Landschaftsschutz stehenden Gebiet errichtet wurden; also zum Teil illegal sind. U.a. übrigens auch das Haus des o.g. Staatsanwalts.

Felipe Fernández Camero, der angeheiratete Onkel, ist kein kleiner Fisch, sondern einer der angeklagten ‚Protagonisten‘ in einem der Riesenskandale der Insel, den die Antikorruptions-Ermittler „Caso Unión“ getauft haben.

Der Herr Staatsanwalt hat sich von seinem angeheirateten Onkel wohl inspirieren lassen; denn dieser hatte ebenfalls schon mal gegen Journalisten geklagt … und übrigens gewonnen  (Lanzarote 37° berichtete).

Die zur Zahlung von 20.000,- Euro Verdonnerten gehen in Revision. Wer sie dabei unterstützen möchte, kann dies finanziell tun; entweder durch eine Geldspende, oder durch den Kauf eines T-Shirts. Näheres hier.