Teguise Restaurant Palacio del Marques

Teguise (Ort): “Palacio del Marqués” (Juni 06)

 
 
 

Gleich links hinter dem breiten Entrée öffnet sich ein wunderbares Speisezimmer. Mit guter Tischwäsche, schönen Tellern und edlem Kristall gedeckte Tische wecken in uns Erinnerungen an französische Sterne-Restaurants. Leider verwehrt eine Kordel mit der Beschriftung „PRIVADO“ den Zugang, so dass wir zum üppig bewachsenen Patio weitergehen, flankiert von zahlreich geöffneten Weinkisten. Einige Weinhändler in Hamburg – und gewiss auch anderswo - präsentieren so ihre Ware; eine prima Idee der Händler, finde ich. Die Tische im Innenhof wurden nicht mit Stoff ausgestattet, so dass sie die Oberfläche recht hübscher Kacheln preisgeben. Eine Speiskarte fehlt, dafür überreicht der freundliche Kellner eine mehrseitige Hochglanz-Broschüre, in welcher lobende und überschwängliche Worte über Gasthaus und Gastgeber abgedruckt sind. Danach rät der charmante Herr zu einem Tapas-Teller nach Art des Hauses und einem frischen Wein.

Die ruhige Atmosphäre, die Sonne im Zenit und das schattige Plätzchen lassen die Zusage leicht fallen. Sechs Oliven mit zwei Zahnstochern werden als Aufmerksamkeit des Hauses gekonnt gereicht, eine Flasche Wein entkorkt und ein Probeschluck eingegossen. Der Hinweis, wir hätten lediglich 2 Gläser bestellt, pariert der Kellner gekonnt: Bitte bedienen Sie sich ganz nach Ihrem Wunsch!

Nachdem sich der als fruchtig frisch und trocken beschriebene Wein als weitgehend aromafreies Traubenprodukt – zugegeben recht trocken war er - zu erkennen gibt, begrenzen wir den Konsum auf die angekündigte Menge.
Und da erreichen uns auch schon die Tapas-Teller: 4 in Ministückchen reduzierte Käsescheibchen bestreut mit getrocknetem Oregano. Die Käsequalität verdient keinerlei nähere Beschreibung, Standardware aus dem Supermarkt. Ein Hühnchen-Unterschenkel mit Curry gewürzt. Eine Mini-Graubrotscheibe mit Käse überbacken und Tomatenstückchen, aromatisch nahe an der Tiefkühlpizza. Einem Streifchen Tortilla. Einem halben gekochtem Ei mit etwas Kaviarersatz. Jeweils ein Teelöffelchen Karotten- und Rotkohlsalat. Ein Röllchen Schinken in dem sich ein Melonenstückchen verbarg und zu guter Letzt ein Fitzelchen tranig fetter Lachs.

Insgesamt kein kulinarischer Genuss, einfache bis mindere Qualität, in einem Ambiente, das mehr verspricht als es hält. Wer Musik aus dem „Cafe del Mar“ mag, wird seine Freude haben, bis zum Zeitpunkt der Rechnungsübergabe. Die Preise orientieren sich an Restaurants mit gehobener Qualität. Für die beiden Tapas-Teller, 2 Gläser Wein und eine 0,5 Liter-Flasche Mineralwasser zahlten wir 36,50 Euro. Wir hielten dies für reichlich überteuert und werden uns zukünftig durch Abwesenheit erkenntlich zeigen.

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Heute (12.9.2007) erhielten wir per e-mail folgenden, aktuellen Erfahrungsbericht, für den wir uns herzlich bedanken:

Hallo,

ich habe mit Interesse Ihren Bericht über das Palacio gelesen (aber leider erst nachdem wir dort waren). Die Begrüßung lief genau so ab wie Sie es beschrieben hatten. Als Hintergrundmusik liefen aber italienische Opern (vielleicht in Gedenken an Pavarotti). Der Tapasteller war Ihren Beschreibungen ähnlich und hat auch geschmeckt. Was mich allerdings so sehr ärgert, ist dass wir uns überreden ließen, die angefangene Flasche Wein in einer Verpackung mitzunehmen (meine Freundin hatte 2 Gläser getrunken und ich nur Wasser da ich der Fahrer war). Diese Flasche schlug sich mit 22,50 Euro in der Rechnung nieder. Im Internet kann ich die Flasche für 4,70 Euro bei eVino España bestellen.

So standen am Ende für 2 Tapasteller, die Flasche Wein sowie eine Flasche Wasser und einen Kaffe 53,- Euro auf der Rechnung.

Ich werde das nächste mal bei so einer Tour dem Reiseführer von Baedeker nicht mehr alles glauben ;-). Ansonsten ist unser Urlaub nett. (Wir sind in Las Playitas und haben Lanzarote einen Kurzbesuch abgestattet)

Viele Grüße

Andreas & Monika